Lungensport

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Lungensport ist kein Leistungssport, ja nicht einmal das, was man unter Breitensport versteht. Patienten mit Asthma bronchiale aber vor allem solche mit COPD (=chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) benötigen eine ganz spezielle Sport- und Bewegungstherapie,

  • die die sich ihrer Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit anpassen,
  • die nicht überfordert, sondern ermutigt weiterzumachen,
  • die eine verbesserte Belastbarkeit und eine spürbare Ausdauer erleben lässt,
  • das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe fördert,die obendrein noch Spaß macht.

Viele Mitglieder von Lungensportgruppen, die schon viele Wochen oder Monate mitmachen, berichten,

  • dass sie beim Treppensteigen nicht mehr so schnaufen und auch nicht mehr so oft anhalten müssen,
  • dass die Wege, die früher zu lang oder zu steil schienen, jetzt leichter zu bewältigen sind,
  • dass sie beim Spazierengehen besser mit den anderen Schritt halten können und nicht mehr so oft stehen bleiben müssen - worüber sie sich oft genug geschämt haben,
  • dass die Tasche, die es zu tragen gilt, leichter scheint, obwohl sich an ihrem Inhalt nichts geändert hat.

Zwar hat sich die Lungenfunktion nicht wesentlich verbessert, aber durch die Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und durch die bessere Durchblutung der Muskulatur ist die Dekonditionierung durchbrochen worden.

Gefährlicher Teufelskreis

Es ist doch so wie Betroffene es nur zu gut kennen: Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen - also mit Asthma oder COPD - kommen unter körperlichen Belastungen relativ schnell in Atemnot. Das veranlasst diese Patienten solchen Belastungen auszuweichen - und mögen sie noch so gering sein! Sie fahren mit dem Fahrstuhl oder benutzen die Rolltreppe, statt die Treppen hinauf zu gehen; sie fahren selbst die kleinsten Strecken mit dem Auto, statt zum Zeitungsstand zu Fuß zu gehen. Die Belastungsreduzierung bewirkt aber, dass nun die Atemnot schon unter noch geringer Belastung auftritt. Mit ihrem Verhalten setzen diese Patienten einen Teufelskreis in Gang, der zur Verschlechterung der Situation ganz erheblich beiträgt. Die Kondition dieser Patienten geht Schritt für Schritt nach unten - sie sind schließlich dekonditioniert.

Effektive Trainingsmaßnahmen

Mit den gezielten und der Krankheitssituation des Einzelnen angepassten Trainingsmaßnahmen des Lungensports kann diese Negativentwicklung durchbrochen werden. Die Patienten selbst, denen ja Begriffe wie FEV 1 oder auch Dekonditionierung wenig sagen, erleben die Verbesserung ihrer Situation dadurch, dass sie mit den Belastungen des täglichen Lebens zwar oftmals immer noch nicht problemlos, aber doch spürbar besser zurecht kommen.

Fazit

Lungensport, so sagen die erfahrenen Lungensportler, ist wenig belastend, gut an den Möglichkeiten der Patienten orientiert und bringt viel - man muss nur dabei bleiben und regelmäßig mitmachen: Woche um Woche, Monat um Monat!